Der Great Ocean Walk ist ein überraschend abwechslungsreicher und lohnenswerter Trail. Mit 104 km Länge, zahlreichen Campingplätzen, einer sehr guten Ausschilderung und einer guten Infrastruktur zur An- und Abreise ist er ein relativ einfach zu begehender Trail. Trotzdem sollte man ihn nicht unterschätzen: Obwohl er der Küstenlinie folgt, gilt es, einige Höhenmeter zu überwinden. Der Verlauf des Weges ist charakterisiert dadurch, dass er sowohl in den Eukalyptuswäldern landeinwärts verläuft, oberhalb von Felsklippen spektakuläre Ausblicke ermöglicht, als auch immer wieder hinabsteigt an den Strand. Bei Begehung der Strandabschnitte ist als Besonderheit der Gang der Gezeiten zu beachten. Im Informationszentrum in Apollo Bay, am Startpunkt des Trails, erhält man detaillierte Informationen zu den Gezeiten, zudem gibt es Apps, mit denen man sich die Gezeiten anzeigen lassen kann. Auch wenn ich mich im Großen und Ganzen daran hielt, querte ich bei Flut einen Strand – was jedoch kein Problem war. Ich watete durch etwa wadentiefes ruhiges Wasser. Trotzdem sollte man die Gezeiten nicht außer Acht lassen, sie bei der Tages- und Etappenplanung einbeziehen und Strömungen nicht unterschätzen.

Neben einer beeindruckenden Pflanzenwelt und tollen Blicken über das Meer, kommt man immer wieder mit der Tierwelt Australiens in Berührung. Ich habe innerhalb von nur 4 Tagen etwa 15 Kängurus und Wallabies gesehen, zahlreiche Koalas in den Eukalyptuswäldern grunzen hören und etliche Schlangen im Gras links und rechts des Weges davon schlängeln sehen. Insbesondere die Koalas haben mich überrascht: Das sind diese kuschelig aussehenden kleinen bärenartigen Tierchen, die mit großen runden Augen von den Bäumen herabblicken. Leider habe ich keins zu Gesicht bekommen, jedoch gehört, und wie. Denn diese kleinen Tiere grunzen wie Wildschweine laut von den Bäumen. Neben all diesen Tieren wird man bei Wandern durch die Wälder von schönstem Vogelgesang begleitet.

Ein wirklich toller Trail, der sich lohnt, begangen zu werden.

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Exploring the world and myself by two feet.

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